von unserem Trip in den Heide Park Soltau

Vom 10. bis zum 11. Juli waren Tee und ich im Heide Park – mit Übernachtung in den Strandhütten.

 

 

Bilder werden noch Nachgetragen

Vor kurzem hatte ich Geburtstag und Tee schenkte mir zu dieser Gelegenheit einen Urlaub meiner Wahl. Hier bot sich natürlich ein Besuch in einem Freizeitpark an. Nach kurzer Recherche verwarf ich einen Trip in den Europapark, für das Phantasialand war ich nicht in Stimmung und sonst fiel mir kein weiterer Park in näherer Umgebung ein. Blieb nur noch der Heide Park in Soltau übrig. Mit in diese Entscheidung spielte ein Angebot des Etablissements ein, das nicht nur zwei Tage voller Aufregung im Park versprach, sondern auch noch eine Übernachtung im Holiday Camp, einem kleinen Bereich direkt am Park mit mehreren Strandhütten. Mit im Programm enthalten waren ein Frühstücksbüffet, unbegrenzt Snacks an der “neu eröffneten Snackbar Frittenbude” (was uns frequent unter die Nase gerieben wurde – Frittenbude hier, Snackbar da, tralala), ein Abendbüffet, pro Person Ein (!) Snack im Park (wähle einen von vier) und so viele Softdrinks im Camp wie unsere Mägen oder Zähne aushielten.

Alles für 99€ (bei zwei Personen).

Nach kurzer Rücksprache mit Tee und ihrer Aussage “Ich war schon mal dort, ist eigentlich ganz cool” war ich für diese Idee Feuer und Flamme. Wir buchten also den Trip. Erste Komplikation: Die zwei Tage die wir uns aussuchten waren nicht mehr möglich – ok, nehmen wir zwei andere. Das klappte dann schon eher, auch wenn wir anstatt unter der Woche wie geplant nun Freitag auf Samstag im Park waren. Was dies bedeutete war klar – ein voller Park. Trotzdem, wir buchten dennoch. Die nächste Schwierigkeit stellte der Bezahlvorgang dar. Ich muss es an dieser Stelle dem Park zugute halten wie viele Zahlungsoptionen geboten wurden – Kreditkarte, Paypal, Einzugsermächtigung und noch weitere, die ich aber inzwischen vergessen habe. Wir entschieden uns für eine Überweisung. Das Onlineformular zur Buchung forderte aber weiterhin eine Kreditkarte “zur Zahlungssicherung”. Ein Haken an der Aktion des Heide Parks war nämlich, dass ein Aufenthalt weder storniert noch umgebucht werden konnte und sollte der zu zahlende Betrag nicht pünktlich innerhalb von (ich glaube) sieben Tagen auf dem angegebenen Konto eingehen, so würde das Geld von der Kreditkarte abgebucht werden. Hätte man keine Kreditkarte wäre man hier also aufgeschmissen gewesen.

Aber auch diese Hürde meisterten wir. Nur leider kamen nun meine beiden Achillesfersen auf mich zu – Warten und Früh aufstehen. Nachdem wir zwei Wochen warteten, kam nun die Hürde des frühen Aufstehens. Natürlich planten wir so viel Zeit wie möglich im Park zu verbringen, was für uns hieß dass wir etwa gegen 9:30 Morgens am Parkeingang stehen wollten. Das beinhaltete dass wir zu dieser Zeit bereits im Holiday Camp eingecheckt waren, unsere Karten erhalten hätten und in die feineren Details unseres Aufenthalts eingewiesen wurden, also geplante Ankunftszeit 9:00. Nun höre ich euch schon fragen “9:30? Aber der Park öffnet doch erst um 10!”, nun werter Leser, du hast recht, aber…

Für Besucher des Holiday Camps öffnet der Park 30 Minuten früher, dabei wird eines der Großfahrgeschäfte geöffnet, sowie die meisten der Kleinen. Der Rest des Parks steht trotzdem erst ab 10 Uhr zur Verfügung.

Aber zurück zum Thema – geplante Ankunft 9 Uhr. Eine kurze Recherche ergab eine ungefähre Fahrtzeit von 2 Stunden von Tee aus, also geplante Abfahrtszeit 7 Uhr, naja, eher sowas um 8 Uhr rum, also aufstehen gegen 6 oder 7 Uhr.

 

 

Tag 1 – Freitag

7 Uhr

Der Wecker klingelt. Tee und ich wechseln uns ab auf den Snooze-Knopf zu schlagen. Ich verordnete dem Wecker Aspirin.

8 Uhr

Tee und ich verlassen das Bett. Tee sagt mir ich sehe so aus wie sie sich fühle, worauf ich lache. Nachdem mein linker Fuß mit einem Bein des Bettes nähere Bekanntschaft machte und ich männlich einen äußerst femininen Schrei unterdrückte stand das Packen an. Verzeihung, sagte ich Packen? Ich meinte Frühstück. Noch immer schlaftrunken torkelte ich in die Küche und reinigte die Frenchpress um Kaffee zu machen.

8:15 Uhr

Koffeiniert, nikotinisiert und rechtlich halbwegs zurechnungsfähig begab ich mich zurück Richtung Schlafzimmer um zu packen.

9 Uhr

Nach mehreren Pleiten und Pannen beim packen (Oh moment, ich muss noch XY einpacken!) machten wir uns endlich auf den Weg. Unsere Fahrt wurde duch zwei Dinge geprägt. Laute Musik und Harndrang, ansonsten war die Reise absolut ordinär.

 

12 Uhr

Bei unserer Ankunft im Park stellten wir zwei Dinge fest. Tee bemerkte einen definitiven Mangel an Parkplätzen für die Strandhütten und ich bemerkte einen fiesen Schreibfehler auf dem ersten Schild das man beim Annähern an das Camp sieht (Ich gebe euch einen Tipp – Das Schild am Bulli, erste Zeile). Die Rezeption an sich machte einen durchaus sympathischen Eindruck, wenn auch ein wenig vollgestellt. Nach wenigen Minuten verließen wir informiert die Rezeption, unsere Eintrittskarten in den Händen, und machten uns auf den Weg ins Getümmel, respektive den Park.

 

 

Die Zeit im Park

Mit einem Rucksack voller Knabberkram machten wir uns auf den Weg zum Eingang des Parks. Im ersten Moment bekam man durchaus den Eindruck, dass Camp-Gäste eher nur widerwillig Zugang zum Gelände bekommen, weil der Weg zum Eingangstor erst an den Mitarbeiterparkplätzen, dann an einer Art Materiallager und zuletzt am Fuhrpark des Heide Parks vorbeiführte. Nach kurzer Überlegung jedoch waren die Vorteile dieses Zugangs schnell geklärt, denn der nächstmögliche Zugang führte entweder durch die Lobby des parkeigenen Hotels oder durch den Haupteingang, wofür man um das halbe Gelände hätte laufen müssen. Folgt man dem Weg, so betritt man den Park hinter Screamie. Scream, der Freefall-Tower, war leider nicht in Betrieb (an beiden Tagen), also war unser erster Stopp die Bobbahn. Die Wartezeit war durchaus akzeptabel, die Fahrt unterhaltsam, nur die kollektiven Kopfschmerzen taten dem Ganzen einen leichten Abbruch. Als nächstes auf unserer Route lag die Achterbahn Limit, eine sehr spaßige Fahrt, nur die vorher erworbenen Kopfschmerzen waren dem Fahrterlebnis ein wenig abträglich. Ein paar Minuten später reihten wir uns in die Schlange für die Colossos ein. Fun Fact: Die Colossos ist Europas höchste und schnellste Holzachterbahn. Hat der Wagon den Aufstieg beendet, so hat man hier für einen Moment eine tolle Aussicht über den gesamten Park, worauf eine grandiose Abfahrt folgt. Von dort aus führte der Weg als nächstes zum Mountain-Rafting.  Feucht-fröhliche Fahrt die ein wenig Abkühlung im warmem Wetter verspricht, sonst zwar unterhaltsam aber nichts besonderes. Für den Tag entschieden wir uns dagegen mit der Wildwasserbahn zu fahren, sondern direkt zu Krake weiter zu laufen. Krake versprach ein durchaus erinnernswertes Erlebnis zu werden. Die riesige Anstellmöglichkeit vermittelte, dass diese Achterbahn zu einer der meistfrequentierten Einrichtungen des Parks gehörte, glücklicherweise war die Schlange aber nicht der Rede wert. Auch hier fuhren wir mit. Erinnernswerte Fahrt, wenn auch sehr kurz. Als wir dort fertig waren ging es weiter in Richtung Flug der Dämonen. Auch hier wieder viel Möglichkeit sich anzustellen. Wir brachten es hinter uns und begaben uns an das Ende der Schlange. Hier war die Wartezeit doch ein wenig länger als wir dachten und begannen uns schnell zu langweilen. Ein Blick auf das Hinweisschild des Wingcoasters brachte Abhilfe. “Um hier mitzufahren muss der Fahrgast beide Beine und mindestens einen Arm haben”. Wir waren sehr amüsiert. Der Rest der Schlange ebenfalls. Die verbliebene Zeit im Park verbrachten wir mit spazieren und dem Besuch der kleineren Attraktionen.

 

 

Die Nacht

18 Uhr

Wir verließen den Park pünktlich um kurz vor 6 und tigerten wieder zur Rezeption um den Schlüssel für unser Strandhaus zu holen. Kurze Zeit später und mit Schlüssel in Händen näherten wir uns Hütte Nummer 255. Auf den ersten Blick machte das Äußere der Unterkunft einen durchaus geordneten und gemütlichen Eindruck. Das innere jedoch entpuppte sich als unerwartet karg. Zur Einrichtung zählten zwei kleine Schränke (klein wegen der Breite, nicht Höhe), eine winzige Sitzecke mit einem Tisch, der schon mit zwei Tellern fast überfordert wäre, sowie zwei Einzelbetten mit Nachttischen, die zu einem Doppelbett zusammengestellt waren (Besucherritze Ahoi, kuscheln wurde schwierig). All dies nahmen wir jedoch mit der Einstellung hin, dort nur eine ruhige Nacht zu verbringen und am nächsten Morgen so früh wie möglich wieder in den Park einzufallen. Die nächste Station war das Buffet zwecks Abendessen. Bitte behaltet den All-You-Can-Eat-Aspekt im Hinterkopf. Zur Auswahl standen gekochte Kartoffeln, Schweinegeschnetzeltes, Kartoffelgratin, gekochter Brokkoli, gekochte Möhrchen, ein Fischgericht (unbekannter Sorte/Zubereitung), Nudeln mit zwei Soßen (Tomate und Bolognese), Reis, sowie Desserts in Form von Obst, Kuchen und Pudding. Alternativ standen Chicken Nuggets, Currywurst und Pommes zur Option, sofern man sich zur Frittenbude begab. Nachdem wir uns furchtlos die Bäuche vollgeschlagen hatten machten wir uns auf den Weg ins Bett.  Es war zwar noch weit vor 20 Uhr, aber wir wollten früh schlafen um auch früh aufstehen zu können. Für einen von uns klappte das, für die andere nicht so ganz. Spulen wir vor zu

0 Uhr (geschätzt)

Einige Stunden waren inzwischen vergangen nachdem sich das dynamische Duo ins Bett begab. Alles was Kaffee zum schlafen brauchte, war sein übliches Hörbuch und ein Ort an dem er sich wohlfühlte, der sich aber nicht innerhalb von 1,8 Sekunden auf 104 Km/h beschleunigt. Dementsprechend schnell war er “weg vom Fenster”. Tee schlief auch bereits ein, zwei Stunden, wurde aber unsanft durch verdächtige Geräusche aus dem Nebenzimmer geweckt. Harter-schwuler-Sex-Geräusche um genau zu sein. Ehrlich. Tee erzählte mir am nächsten Morgen davon. Ich wurde in der Nacht nur einmal wach und das auch nur weil unsere Nachbarn recht bis extrem angeheitert in ihr Nachtlager einfielen. Natürlich begleitet von Gegröhle und der Unfähigkeit das Prinzip von “Nachtruhe” zu verstehen, die eigentlich ab 22:00 Uhr herrschen sollte.

 

Tag 2

8 Uhr

Zeit zum aufstehen.

8:45 Uhr

Wir stehen auf und machen uns auf den Weg zum Frühstücksbuffet. Im Angebot waren Müsli, Cornflakes, Obst, Jogurt, Brot, Wurst, eine Sorte Käse, Kaffee, Rohkost, Frischkäse, Marmelade, Nutella, Honig, Milch, Tee und Kaffee (puh) und Milchpulver (Erdbeer, Kakao und Vanille oder Banane). Von den meisten Optionen unbeeindruckt ging ich zielstrebig zum Kaffee und kümmerte mich um die Koffeinversorgung (und den Zucker). Für Tee gab es Tee sowie Brot mit Frischkäse und Gurken.

9:45

Wir beendeten unser Frühstück, zogen uns um und machten uns auf den Weg in den Park.

 

 

Der Tag im Park

An diesem Tag entschieden wir uns endlich dafür sowohl mit der Desert Race, der Big Loop, als auch mit der Wildwasserbahn zu fahren, jedoch stand als erstes noch ein weiterer Besuch bei der Limit-Achterbahn an. Nachdem das abgehakt war, machten wir uns an die mühsame und nervenaufreibende Aufgabe uns an der Desert Race anzustellen. Etwa eine halbe Stunde später war’s dann auch so weit – wir stiegen ein und fuhren los. Besagte Bahn hat eine Besonderheit: Es gibt keinen “Aufzug”, sondern einen Seilzug der die Bahn in 2,4 Sekunden auf knapp 100 Km/h beschleunigt. Eine aufregende Fahrt mit besonderem Kick. Von hier aus wanderten wir weiter in Richtung der Wildwasserbahn, schauten uns die Wartezeit an und entschieden uns weitere 30 Minuten mit Warten zu vergeuden. Als wir dann dran kamen, setzten wir uns in ein halbwegs nasses Baumstammboot und der Spaß begann. Eine weitere angenehme Fahrt. Inzwischen bekamen Tee und Ich ein leichtes Hungergefühl welches wir mit einem Nutella-Crepe stillen wollten. Gesagt, getan – Wir besorgten uns einen Crepe, nur trug der eher zu unserem Hunger bei als ihn zu stillen. Wir entschieden uns also unsere Essensgutscheine einzulösen. Zur Option standen hier ein Menü an der Wurststation am Limit, am Heide Park Grill, am Pita Pirat oder am Pizza Scream. Wir verwarfen die Wurstoptionen, gingen davon aus dass es am Pizza Scream nur wenig Material fürs Geld gab und entschieden uns für Pita Pirat. Eine kurze Recherche ergab, dass wir nur ein paar Minuten entfernt waren. Also Pitas – für Tee mit gebratenem Gemüse, für mich mit gegrilltem Hähnchen. Leckeres Zeug, wenn auch nur genug um ein paar Stunden durchzuhalten. Nachdem wir unser Mittagessen verspeist hatten, entschieden wir uns mit der Big Loop zu fahren. Eine klassische Achterbahn mit mehreren Loopings und Schrauben. Als wir diese Achterbahn verließen überlegten Tee und ich welche Attraktion wir als nächstes besuchen wollten, schauten auf die nächstgelegene Tafel mit Wartezeiten und entschieden dass wir den Rest der Tages mit kleineren Fahrgeschäften verbringen würden, denn zwischen 60 und 90 Minuten anstehen für gefühlte 7 Femtosekunden Fahrt wollten wir uns nicht antun. Gesagt, getan. Wir fuhren mit einer der beiden Monorails (die andere war temporär außer Betrieb), mit dem Heidepark Express, mit beiden Märchenfahrten und noch einigen anderen deren Name mir inzwischen entfallen war. So verging der Rest des Tages und um 17 Uhr entschieden wir uns für die Heimfahrt.

 

 

17 Uhr

Tee und ich verließen den Park, setzten uns ins Auto und fuhren Heimwärts. Ein antiklimatisches Ende für zwei tolle Tage.

 

Die Parkzeit | Albert Hammond Jr. – Miss Myrtle

  2 comments for “von unserem Trip in den Heide Park Soltau

  1. Hanni
    14. Juli 2015 at 15:45

    Danke für den lesenswerten Reisebericht,habe schmunzeln dürfen,wegen der Früh-Aufsteh-Zeiten.Aber bei der Nennung der Achterbahnen und Dämonen und Blick ganz oben übers Gelände?Mein Blick wäre immer in die Tüte gegangen,welche sich sicher füllend in meinen Händen befunden hätte. Leider bekomme ich schon ne Krise beim Anblick eines Riesenrades.Aber wie ich lese,hatte Ihr eine gute Zeit-bis auf die sich sexuell ausarbeitenden Bewohner des Nebenraumes,die einige Stunden des zustehenden Schönheitsschlafes forderten.Aber so ist es,man plant so etwas nicht ein und wenn man glaubt,alles sei paletti-fährt nebenan der Mann mit der Schubkarre bis 22.30Uhr Sand.Schön,das ich lesend dabei sein durfte.Weiter so!

  2. Darth Vadder ;-)
    15. Juli 2015 at 21:15

    Na, da war ja gut was los. Vermute, es gibt auch noch Bilder zum Text, oder? Vor allem da, wo du von dem Schild mit dem krassen Druckfehler sprichst, den man erkennen könnte … Schön jedenfalls, dass ihr zwei erlebnisreiche Tage hattet.

    Übrignes: Das mit der Kopfschmerz-Bobbahn hättest du doch noch wissen können, die hatten wir vor gefühlten 500 Jahren mit dir doch am Ende des Besuches gemacht – und den Park dann mit Brummschädeln verlassen.

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