von unserem fresstakulärem Nachmittag

Eigentlich wollten Tee und ich ja Minigolf spielen gehen, aber dann erfuhren wir von einem Fresstakel in Frankfurt – mit 40 verschiedenen Ständen!

 

Es ist Samstag Vormittag, Tee und ich räkeln uns auf dem Bett und sind uns uneins was wir eigentlich heute unternehmen sollten. Zur Auswahl stand zweierlei: Minigolf oder ein Besuch in der Commerzbank Arena. Eine kurze Recherche ergab nämlich, dass dort über das Wochenende das Event Street Food Arena stattfinden sollte. 40 Trucks und Stände mit diversen Speisen und Getränken plus Livemusik, was will man mehr? Die Diskussion dauerte nicht lange – wir machten uns auf den Weg. Die Anfahrt zum Gelände stellte sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht: Teile des Bahnnetzes in und um Frankfurt waren gesperrt. Wir planten also mit dem Auto bis zur Eissporthalle Frankfurt zu fahren und von dort aus mit der U-Bahn weiterzureisen. Schwerer Fehler, denn wie sich herrausstellte war Frankfurts Innenstadt wie immer gerammelt voll. Nach über anderthalb Stunden (mit dem ÖPNV, inkl. Fußweg, etwa 1 Stunde – juhu) Autofahrt kamen wir dann an. Schnell war auch geklärt warum so viel los war: Fußball. Prompt, aber nicht unfreundlich, wurden uns 3 Euro Parkgebühr abgeknöpft und wir stellten das Auto ab. Von dort aus ging es weiter zur Arena. Wieder verging eine halbe Stunde (regulärer Bahnverkehr 10 Minuten, noch immer juhu). Doch endlich kamen wir an. Von der Bahnstation aus etwa 10 Minuten Weg entfernt liegt das Gelände der Arena. Die nächste Herausforderung bestand darin den Eingang zu finden, wofür wir drei Versuche benötigten. Für jeden der es Sonntag auch noch versuchen möchte, einfach der Straße folgen, immer geradeaus, links von der Halle. Letztendlich schafften wir es durch das Eingangstor wo wir von diversen leckeren Gerüchen und weniger leckeren wummernden Bässen begrüßt wurden. Die Livemusik wurde temporär vom allseits bekannten “DJ tragbarer CD-Player” präsentiert, was sich aber schnell ausblenden lies, wenn man sich auf die Köstlichkeiten konzentrierte.

 

Station 1 – Nipponnoodles

Links Garnele Chili, Rechts Huhn Sesam
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Am Ende der ersten Reihe fiel mir sofort der Stand von Nipponnoodles in die Augen, dessen Karte Dim Sum versprach. Eine Portion ging für 5 Euro über den Tresen. Zur Auswahl standen hier die zwei Geschmacksrichtungen Hühnchen-Sesam und Garnele-Chili. Die Wahl war nur schwierig bis Tee die Option “oder im Mix” entdeckte. Ab da stellte ich mich sofort an und hielt in Rekordzeit vier Dumplings in einem sehr ansprechendem Bambus-Schiffchen in Händen. Eine furchtbar leckere Sache diese Dampfnudeln. Tee empfand die Shrimp-Chili Variante als scharf, ich persönlich fand beide durchaus verantwortbar.

 

 

Station 2 – Tilly’s Tante

Sehr leckere Erbsensuppe
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Auf dem Rückweg aus der Sackgasse fiel uns ein altes aber sehr hübsches Auto mit der Aufschrift “Tilly’s Tante” auf, das ein Suppenerlebnis der extravaganten Art versprach. Tee ließ sich nicht lumpen und forderte flugs eine Erbsensuppe mit Speck (aber bitte nur eine Kleine!). Gereicht wurde uns eine beeindruckend grüne, heiße und wohlriechende dickflüssige Suppe, die alle Erwartungen auf den ersten Eindruck erfüllte. Auch geschmacklich war das Gericht ein voller Erfolg. Perfekt gewürzt, erbsig, speckig, aber nicht fettig – perfekt halt.

 

Die Frau im Mobil sah übrigens wirklich wie eine nette Tante aus!

 

Station 3 – Mundpropaganda

Teriyaki Hähnchen in einem Brötchen
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Nach einem Schlenker auf einen Weg der rechts abzweigte, stand dort ein Foodtruck wie kein anderer. Werbeposter die an kommunistische Propaganda erinnerten, ein (augenscheinlich) komplett verchromter Truck und eine durchaus alternativ (tätowiert, Bärte, gefärbte Haare) anmutende Crew zogen mich unwiderstehlich an. Zugegeben, der Geruch der von dem Etablissement ausging trug auch seinen Teil bei. Verheißungen wie “Bioroast Beef mit Seesalz, Gemüse, Kartoffeln, ‘Wafers’, Zwiebeln und Mango” oder auch “Belgische Waffeln mit Zwetschgenröster an Zimt-Espuma” versprachen einen Mundgasmus höchster Ebene. Die Erwartungen wurden sowas von nicht enttäuscht! Nach langer Kontemplation entschied ich mich für das Pulled Teriyaki; Hühnchen in einer Art Dönerbrötchen (nur als Vergleich, das war kein Dönerbrötchen) mit Gemüse und einer versteckten Soße. Hervorragend, aber sehr scharf, daher mit Vorsicht zu genießen. (Mein Favorit bei den salzigen Speisen).

 

Station 4 – Die Burrito-Bande

Ursprünglich standen wir nun für eine Portion “Pulled Pork” an, aber bei mir machte sich doch langsam ein gewisser Füllstand bemerkbar. Wir planten also um und stellten uns beim Nebenstand in die Schlange. Hier wurden Burritos feilgeboten, die Variation bestand in der Füllung: Rind, Huhn oder Vegetarisch. Die Wahl fiel auf einen Hühnerburrito und wir orderten “Zum Mitnehmen”. Deswegen auch kein Bild, der Burrito wird bzw. jetzt wurde während des Schreibvorganges verzehrt. Durchaus eine leckere Angelegenheit, jedoch nicht so umwerfend wie es bei den anderen Speisen bis dato war. Tee stimmte mir in diesem Punkt voll zu. Speziell das Fehlen der Salsa zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Lobend zu erwähnen sei jedoch die Konsistenz des Fleisches bat Tee mich zu erwähnen.

 

Station 5 – Ein Äthiopier

Äthioischer Kaffee
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Bereits erwähntes Völlegefühl ließ mich nach einem Kaffee verlangen. Nun standen “generischer Kaffee” und “äthiopischer Kaffee” zur Auswahl. Ich stellte mich also an und bat um einen Kaffee, im Gegenzug wurde ich gebeten mich in einen der zahlreichen Gartenstühle zu setzen. Ein wenig verblüfft nahm ich Platz und beobachtete eine Frau dabei wie sie frisch gekochten Kaffee (in einem Tiegel über einem Gasbrenner) durch die obere Öffnung einer Tonkanne goss. Nach näherem hinsehen bemerkte ich, dass besagte obere Öffnung mit einem Knäuel aus Wollfäden (?) verstopft war und dies vermutlich dazu dient den Kaffee zu filtern. Mit dem Mengenequivalent eines Espresso bestückt, saß ich schlürfend in meinem Stuhl und beobachtete das Treiben. Hier bot sich eine etwas andere Atmosphäre als in den restlichen Lokalitäten. Hier wurde man nicht nur freundlich begrüßt, sondern auch unterhalten oder aktiv aufgefordert Speisen zu probieren. Noch immer mit leichter Flaue im Magen lehnte ich jedoch geknickt ab. Der Kaffee an sich war hervorragend. Wer schon einmal tunesischen Tee getrunken hat, der hat hier einen guten Vergleich zum äthiopischen Kaffee.

 

Station 6 – Hello Mellow

Mellows
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Dieser Truck lockte anstatt mit deftigen Gerüchen mit einer eher feinen, süßen Note. Bei der ersten Passage war uns dort noch zu viel Getummel, aber beim zweiten Hinsehen war dort weniger los was einen Besuch rechtfertigte. In mehreren großen Gläsern wurden Marshmallows allererster Güte dargeboten. Ob eher konventionelles wie Himbeere mit Schokosplittern oder eher ungewöhnliches wie Gin mit Yuzu (eine japanische Zitronenart), es schmeckte himmlisch. Die Marshmallows die sonst zu kaufen sind, haben einen mehligen Beigeschmack, der in der Regel mehr schlecht als recht ins Geschmacksbild passt, hier jedoch ergänzte die Mehligkeit das Geschmackserlebnis.

Hintergrundinfo: Ein kurzes, angeregtes und äußerst informatives Gespräch ergab die Ursache. Heutzutage werden Marshmallows aus Zucker, Eischnee und Geliermittel hergestellt – Dies war ursprünglich nicht der Fall. In früheren Zeiten wurden Marshmallows aus den Wurzeln des “Echten Eibisch / Arznei Eibisch” hergestellt und waren hauptsächlich in Apotheken erhältlich. Weiterer fun fact: Eibisch wurde in Europa vor der Entdeckung des Gummi Arabicum als Klebstoff verwendet.

 

Station 7 – Casa de Churros

Churros
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Als finales Dessert entschieden Tee und ich uns für die iberische Süßigkeit Churros. Zu denen kann man nicht viel sagen außer: Lecker! Der perfekte Snack für unterwegs.

 

 

 

 

 

Fresstakel an der Arena | Cool Calm Pete – Words From The Pedro

  2 comments for “von unserem fresstakulärem Nachmittag

  1. Hanni
    21. August 2015 at 6:53

    Das waren aber wirklich Fressfestspiele, interessant auch für mich.Sachen,welche man essen kann und von denen ich in meinem Leben noch nie etwas gehört,geschweige denn gegessen habe.Sah alles lecker aus und wenn ich ehrlich sein soll,jetzt,wo ich mir alles angeschaut habe,stellt sich auch ein leichtes Hungergefühl ein-wir sprechen von 8.47Uhr und das Frühstück ist mal gerade ein Stunde her-also bitte-Beherrschung .Neben mir sitzt Jule und schreit mich an,während Domino über die Tasten stolziert und mir seine Breitseite ins Gesicht drückt,denn telefonieren und Computer,das geht in den Augen meiner Lieblinge gar nicht.Ich benötige noch 2 Hände,damit man während dieser Tätigkeiten Beide streicheln kann.Euch weiterhin eine gute Zeit.

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