von einer anstrengenden Tour im Kletterwald

Wie es der Sommer so an sich hat, war auch dieser Tag recht warm, also beschlossen Tee und ich unter einem Blätterdach Zuflucht zu suchen. Hier bot sich der Kletterwald Ibbenbüren an.

 

Es ist ein recht warmer Mittag nach ein paar verregneten Tagen. Ich kämpfte trotzdem bereits mit Hitzewallungen und um mir ein wenig Abkühlung zu verschaffen schlug Tee einen Besuch im Wald vor. Im Kletterwald um genau zu sein. Zugegeben, rückblickend betrachtet nicht sehr sinnig, aber dennoch eine gute Idee. So machten wir uns also auf den Weg. Die Fahrt an sich dauerte etwa eine halbe Stunde, dann waren wir da. Ein erster Bonuspunkt waren die kostenfreien Parkplätze an der Einrichtung. Wir schnappten uns also unsere Sachen und machten uns auf den Weg zur Rezeption, beziehungsweise der Kasse. Dort wurden wir prompt begrüßt, abkassiert und angewiesen bis um 15 Uhr (zu dem Zeitpunkt etwa 20 Minuten Wartezeit) wieder da zu sein. Die erste Frage die sich mir stellte war wo wir denn in der Zeit hingehen sollten. Wir warteten also geduldig an einem schattigem Plätzchen bis es Zeit wurde die Gurte anzulegen. 14:55 Uhr, uns wurde das Kletterzeug angelegt und wir wurden in die Kunst des Klettergarten-Kletterns eingewiesen.

Eine knappe halbe Stunde später wussten wir Bescheid. Nur ein Karabiner gleichzeitig, bei Stopp Stopp und so weiter, bla bla bla – Ich für meinen Teil konnte es kaum abwarten endlich in luftigere Höhen aufzusteigen, da erwischte uns ein Tiefschlag: Bevor man auf die “richtigen” Routen darf muss man einen der “Kinder”parcours klettern. An sich natürlich stimmig, aber für mich als Kletterveteran natürlich nervig – auch Tee als wiederholte Besucherin war nicht überzeugt. Wir brachten es also hinter uns und landeten auf dem Kinderparcours prompt hinter einem Kind. Wie unerwartet. Wir schlichen also dahin, bis wir an einen Punkt kamen an dem ich am liebsten eines der Drahtseile zerkaut hätte. Bestückt war diese Route mit den kleinsten aller Hindernisse – eine kleine Kletterwand, ein Seiltanz mit Hilfseil, zwei Wippen, solche Sachen halt. Als wir die Spielstunde endlich hinter uns lassen konnten wandelten wir zur nächst höheren Schwierigkeitsstufe – ein blauer Parcours. Zum einem befand sich dieser in größerer Höhe, andererseits gab es eine größere Variation an Hindernissen, auf die ich hier nicht weiter eingehe um euch nicht alles zu verraten (für einen kleinen Überblick gibts unten ja auch das Video). Auch hier wurden wir wieder von vorauskletternden Kleinwüchsigen gebremst, neuerdings aber auch von nachkletternden gedrängelt (inklusive dem Versuch sich vorzudrängeln). Nachdem diese Route abgeschlossen war beschloss ich es sei an der Zeit für eine Herausforderung – diese äußerte sich als “Abenteuer 2”. Ein Wort: Aua. Mehr sage ich dazu nicht. Während der Kletterei auf der vorigen Tour fiel mir immer wieder eine Reihe aus Seilbahnen auf – eingängig “S-Bahn” genannt – und ich beschloss diese sollte die nächste werden. Kaum Gekletter, aber dafür viel Spaß auf den Seilbahnen. Zwar gab es auch hier immer wieder Bremsen, aber diesmal nur minimal. Als letzte Bahn (mehr dazu gleich) fiel der Entschluss “Abenteuer 1” zu beklettern. Der Aufstieg war ziemlich versteckt direkt neben der Leiter zu “Abenteuer 1” – Ein Baum mit Klettergriffen wie auf einer Kletterwand, der sich aber recht leicht erklimmen ließ. Von dort aus hatte man einerseits eine super Aussicht, andererseits auch eine tolle Klettertour. Nicht zu vergleichen mit den Qualen von “Abenteuer 1”. Auch diese Route war für mich schnell bewältigt, natürlich abgesehen von den obligatorischen Bremsern. Ich verließ also den Pfad (Tee hatte nach Abenteuer 2 aufgegeben, das kann man ihr aber auch nicht übel nehmen, schon gar nicht wegen einem Krampf im Fuß) und wollte mich noch auf eine letzte Tour begeben, als mich Tee auf ein Zeitlimit aufmerksam machte. Drei Stunden Zeit hatte man für die 20, respektive 18 € für Studenten, gekauft und war auch an diese gebunden. Sollte man sich am Ende der Frist auf einem Parcours befinden, so würde man gnadenlos von der Leine gepflückt werden. Das fand ich dann doch schon ein bisschen sehr krass, aber ich kann ja auch nicht beurteilen in wie weit sich die anderen Kletterer da korrekt verhalten. Leicht mürrisch beschlossen wir also die verbliebenen 20 Minuten sein zu lassen und uns unserer Klettergurte zu entledigen. Alles in allem eine runde Erfahrung, abgesehen von bereits erwähnten Bremsern und dem (etwas dubiosen) Zeitlimit. Abschließend anzumerken ist nurnoch zweierlei: Für die diversen Parcours gelten sowohl Alters- als auch Größenbeschränkungen. Letzteres in Form von Griffhöhe. Eine kurze Übersicht: Spass- und Erlebnis-Parcours – 1,45 m Griffhöhe, Fitness 1 & 2 – 1,50 Griffhöhe, Trainig 1 & 2 sowie S-Bahn – 1,60 Griffhöhe, Abenteuer – 1,90 m Griffhöhe und zuletzt Risiko mit 2,00 m Griffhöhe.

 

Fazit: Wer sich den ganzen Tag anstrengen und Abends wie ein Stein schlafen möchte, der hat im Kletterwald Ibbenbüren seinen Zeitvertreib gefunden. Mit 20€ zugegeben nicht ganz billig, gerade mit dem Zeitlimit, aber dennoch als einmalige Unternehmung durchaus zu empfehlen.

 

 

(Video folgt)

  1 comment for “von einer anstrengenden Tour im Kletterwald

  1. Hanni
    7. Juli 2016 at 18:07

    Respekt,ich ziehe schon beim Hinschauen den Hut,so ein Vergnügen hätte ich mir auch in meiner Sturm-und Drangzeit als junge Frau nie gegönnt.Zu viel Angst in der Höhe.In meiner Zeit als Fotografin in Frankfurt hatten wir unsere Arbeitsbleibe im Hochhaus an der Oder,in der 14.Etage.Da konnte ich erst nach einem halben Jahr den Blick in die Tiefe starten,dann war es okay.Aber Ihr Zwei habt das gut gemacht.Weiter so!

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