vom Fresstival Osnabrück

Es war wieder mal soweit – ein weiteres Streetfood-Festival. Als Tee mir diese Unternehmung vorschlug war ich als zertifizierter Omnivore und Vielfraß natürlich sofort Feuer und Flamme, worauf dies schnell in den Unternehmungskalender übernommen wurde.

 

Vorwort: Die Bilder zu diesem Beitrag findet ihr diesmal als Galerie am Ende des Beitrags.

 

Wir machten uns also heute mittag auf den Weg zum Veranstaltungsort und freuten uns auf eine breit gefächerte Palette an leckeren Köstlichkeiten. An der Location angekommen fanden wir auf Anhieb einen Parkplatz und betraten das Veranstaltungsgelände. Das Ganze fand an -beziehungsweise in- einer Halle statt. Im Gegensatz zum Festival in Frankfurt waren hier vergleichsweise viele “Pulled Pork/Beef” Stände präsent. Zu den kulinarischen Auswahlmöglichkeiten ließen sich aber auch exotischere Speisen zählen wie Sushi-Couscous Fusionsküche, Jamaikanische Nationalgerichte oder australische Spezialitäten. Nach einem ersten Rundgang um die Auswahl zu prüfen, entschied ich als erstes eine Portion Dim Sum zu essen.

Die Dim Sum gab es im Viererpaket, zwei mit Garnelen, zwei mit Hühnchen. Die Garnelen Dim Sum waren garniert mit Chili-Öl, Nori-Flocken und Sesam, die Hühnervariante mit Bonitoflocken, geriebenem Trüffel und Sojasauce.

Zum Stand leider keine näheren Infos

 

Nachdem ich die Dampfnudeln verspeist hatte entschied ich mich einem der Grillstände einen Besuch abzustatten.

Bei Big Hug BBQ bekam ich eine geräucherte Grillwurst, die mit Jalapeno und Käse gefüllt war, dazu ein Dip aus Cheddar und Jalapeno. Eine sehr freundliche und zuvorkommende Crew kümmerte sich sofort um meinen Wunsch und servierte mir fast sofort die gewünschte Speise. Ein sehr leckeres Stück Fleisch.

Durch das Würstchen motivert, begab ich mich als nächstes zu einem der Pulled Pork Stände und versorgte mich bei Buns and Sons Co. mit einem Burger. Ich entschied mich für den “The Intern” mit Pulled Pork, Colesaw, BBQ-Sauce und Zwiebelchutney. Eine sehr witzige Crew, wenn auch nicht all zu schnell.

 

Das Endprodukt war jedoch nicht so überzeugend wie die Verkaufsargumente der Truppe.

Die BBQ-Sauce an sich war durchaus schmackhaft, das Fleisch zart und der Colesaw saftig, jedoch hinterließ das Zwiebelchutney mehr (unangenehmen) Nachgeschmack als das Pork überhaupt zu bieten hatte.

Die Konsistenz war überzeugend, der Gesamtgeschmack leider nicht.

 

Durch den Burger leicht gesättigt, schlenderten wir ein paar Schritte weiter und ich beschloss bei dem Stand von Sanfish eine Shrimp-Roll zu ordern.

Das bestellte Essen bestand aus auf den Punkt gegarten Garnelen in einer leichten Knoblauchmarinade, gereicht in einem lockeren, luftigen und frisch gebackenem Brötchen.

Garniert wurde dieses leckere bisschen Seafood mit einigen marinierten Cocktail-Tomaten, frischem Koriander, ein wenig Schnittlauch und abgerundet von einer Basis Kräuterbutter mit einem Hauch Paprika.

Nach der Roll und einer weiteren Runde durch den Foodcourt entschied sich Tee für eine der etwas “exotischeren” Speisen, nämlich für

Piroggen von Pan Kowalski. Alles in allem eine sehr runde Geschichte.

Das Team an sich wirkte zwar ein wenig desinteressiert, aber das hätte auch von der kleinen Pause vom Besucheransturm herrühren können.

Die Piroggen waren ausgesprochen lecker, so teilte mir Tee mit. Auch ich selbst konnte mich von der hervorragenden Qualität überzeugen. Gefüllt waren die Teigtaschen in Tees Fall mit Frischkäse, als Beilage wurde gegrilltes Gemüse gereicht. Hier war auch eine Variante mit Fleischfüllung verfügbar. Als Dip wurde hier eine saure Sahne gereicht, alternativ wurde aber auch eine Rote Beete basierte Sauce angeboten. Tee war für den Tag schon mutig, entschloss sich aber es nicht zu übertreiben und entschied sich dann doch “nur” für die saure Sahne.

Nach all diesen herzhaften Speisen entschieden wir uns uns nun den Desserts zu widmen. Als wir anfangs das Gelände betraten, nahmen Tee und ich einen betörenden, zimtlastigen Geruch wahr und nun entschieden wir uns zu investigieren was wir da denn rochen. Die Ursache entpuppte sich als Zimtschnecken von Kiki Lento. Ein wundervolles Gebäck. Ich persönlich bin sowieso schon ein großer Fan von zimtbasierten Speisen, speziell Zimtschnecken. Normalerweise beschränkt sich das leider auf die Knack&Back Variante, aber hier wurden hausgemachte Exemplare frisch aus dem Ofen zum Verkauf dargeboten. Ich konnte nicht widerstehen.

Ein wirklich leckeres Stück Gebäck. Die Schnecken waren sehr schön anzusehen, der Teig war dicht, aber luftig und die Zimtfüllung war stark, aber nicht zu intensiv. Die Schnecken wurden aus dem Ofen geholt während ich noch anstand, dementsprechend waren sie sogar noch warm. Auch Tee pflichtete mir bei dass das ein paar ausgesprochen leckere Desserts waren.

Dermaßen von dem Stand beeindruckt beschloss ich mich noch ein weiteres mal anzustellen und ein weiteres Dessert zu ordern.

Mandeltarte. Dieses Gebäck war nicht mehr warm, allerdings bin ich mir hier relativ sicher dass das auch nicht so gut funktioniert hätte. Der Teig in diesem Fall schien stark mit gemahlenen Mandeln versetzt gewesen zu sein, bedeckt wurde das Ganze von einer Creme aus Pudding, Vanille, weißer Schokolade und Mandelcreme.

Derart von den verfügbaren Desserts beeindruckt, begann ich eine Mission – Nachtisch essen bis der Arzt kommt. Nach einer weiteren kurzen Runde als Scout entdeckte ich den nächsten Kandidat zur Verkostung, nämlich einen Cherry Pie von Tazzy Food. Außen bestand der Kuchen aus einem Mürbeteig, gefüllt war das Gebäckstück (offensichtlich) mit Kirschen in einer Kirschsoße, dazu gab es eine hervorragende Sahne aus dem Espuma. Es gibt nicht viel zu dem Kuchen zu sagen, außer dass er ausgesprochen lecker war. Der Teig war nicht zu trocken, die Füllung nicht zu süß und die Sahne war schön fluffig.

 

Auch danach war ich noch immer nicht bereit mich wieder auf den Heimweg zu begeben; so kamen wir zum nächsten Stop, einem dicken Brownie von einem Truck den ich leider nicht identifizieren konnte. Das Stück amerikanischer Schokokuchen überzeugte mich davon, dass die westliche Bevölkerung doch noch mehr zu bieten hat als Waffen und Maccaroni mit Käse. Saftig, schwer und voller Schokolade waren die ersten drei Begriffe die mir hierzu einfielen. Die Konsistenz war absolut überzeugend und das Einzige was ich am Brownie auszusetzen hatte, war die Unzulänglichkeit der Plastikgabel die Schokoladendecke des Gebäcks auch nur anzukratzen.

Aber wie es im Englischen so schön heißt: Ain’t no rest for the wicked, also ging es direkt weiter zu Miss Marshmallow um ein paar (frisch zubereitete) Marshmallows zu verspeisen.

Die Mallows schmeckten im Gesamteindruck nicht so gut wie die von Hello Mellow, waren jedoch auch nicht ganz so kostspielig. Geschmacklich waren die Zuckerschaumwürfel auch eher auf der etwas… leichteren Seite. Sieben oder Acht Sorten wurden angeboten, in eine Sammelbox kamen Sechs Stücke. Ein Paket belief sich auf Sechs Euro, die ich dann gerne doch lieber für eine weitere Zimtschnecke ausgegeben hätte. Die Geschmäcker zur Auswahl waren banal; von Vanille zu Nutella – eine eingeschränkte Eisdielenauswahl.

Leicht enttäuscht zogen wir weiter und entdeckten in der zum Gelände gehörigen Halle das Etablissement Coushi. Mit dem Slogan “Sushi war gestern” wurde die doch ein wenig ungewöhnliche Ware angepriesen. Im ersten Moment hielt ich den Werbespruch ein wenig überzogen, rechnete aber auch nicht mit dem WAS hier angeboten wurde: Couscous in SushiFORM. Couscous in verschiedenen Mänteln und mit verschiedenen Füllungen. Eine sehr interessante Kombination die auch ausgesprochen gut schmeckte, aber dennoch vermisst man beim Essen das Intensive wie man es von “richtigem” Sushi kennt.

 

  • Dim Sum vom unbekannten Stand

 

Alles in allem also eigentlich kein schlechtes Erlebnis, nur einfach dem Tag in der Commerzbank-Arena nicht ebenbürtig.

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